Nacht- oder Available-Light-Aufnahmen üben auf mich eine ganz besondere Faszination aus. Sei es ein Sternenhimmel oder Architektur, man kann wunderbare Bilder mit langen Belichtungszeiten machen die teilweise mehr zeigen, als mit dem menschlichen Auge möglich. Meine Erfahrungen möchte ich hier im Blog einmal vorstellen. Ein paar Bilder hatte ich ja bereits gepostet:
Schloss Solitude - Zur blauen Stunde
Stuttgarter Fürhlingsfest 2008 - Polyp
Blühender Schlossplatz in Stuttgart
Die blaue Brücke …
Losgehen soll’s mit der Ausrüstung:
(Pflicht)
- Je nach Jahreszeit und Witterungsbedingungen sollte man zunächst einmal die richtige Kleidung auswählen
. Bei einer ausgedehnten Tour kann einem schon mal schnell kalt werden. - Man braucht eine Kamera, bei der man Blende und Belichtungszeit manuell einstellen kann. Ich selber verwende eine digitale Spiegelreflex-Kamera (Canon EOS 30D).
- Je nach Motiv und Abstand dazu braucht man ein entsprechendes Objektiv. Da ich selber viel Architektur bei Nacht fotografiere, ist hier das Weitwinkel-Objektiv (Canon EF-S 10-22) meine erste Wahl.
- Nicht zu verachten ist ein stabiles Stativ. Es sollte nicht schon beim Anschauen wackeln oder gar zusammenklappen
. - Ein Kabel- oder Funk-Auslöser sollte auch dabei sein. Die meisten Kameras bieten maximal 30 Sekunden Belichtungszeit an, die man einstellen kann. Da man manchmal länger belichten möchte/muss, sollte man die bulb-Einstellungen nutzen können. Das geht mit einem Fernauslöser.
Damit kann’s eigentlich schon losgehen. Ein paar weitere Dinge haben sich ausserdem als nützlich erwiesen bzw. könnten nützlich sein:
(Optional)
- Ein schwarzes Stück Pappe bietet die Möglchkeit, die Belichtung zu unterbrechen, ohne dabei die Aufnahme stoppen zu müssen. Das kann interessant sein, wenn man den nächtlichen Strassenverkehr ablichten möchte. Ein Beispiel werde ich später zeigen.
- Eine kleine Taschenlampe, mit der man die Einstellungen der Kamera während der Aufnahme kontrollieren kann. In der bulb-Einstellung zählt meine Kamera die Sekunden im Display mit, zumindest bis 999. Die Beleuchtung des Displays schaltet sich jedoch nach einer gewissen Zeit aus und man sollte während der Aufnahme tunlichst die Hände von der Kamera lassen. Mit einer Taschenlampe lässt sich das Display dann ablesen. Zur Not tut es auch das leuchtende Display eines Handys. Alternativ kann man natürlich auch eine Stopp-Uhr verwenden.
- Hat man am Stativ keine Wasserwaage, bietet sich eine Aufsteck-Wasserwaage für den Blitzschuh an, damit man die Kamera gerade ausrichten kann. Beim Drehen eines Bildes im Bildbearbeitungsprogramm geht u.U. wertvoller Platz vom Bild verloren.
- Ein externer Blitz kann sehr nützlich sein, wenn man dunkle Bildteile aufhellen oder ein bestimmtes Motiv durch mehr Licht stärker betonen möchte.
- Mit einer starken Taschenlampe lassen sich ebenfalls dunkle Bild-Bereiche aufhellen oder andere interessante Effekte im Bild erzielen.
- Wer einen hat, kann auch bei Nachtaufnahmen sicher mit dem Belichtungsmesser arbeiten. Ich habe selber keinen und verlasse mich i.d.R. auf die Kamera bzw. mein Gefühl. Mit ein paar Probe-Aufnahmen kommt man auch auf die richtige Belichtungszeit
. - Für extreme Ansichten hat sich bei mir ein Winkelsucher als sehr nützlich erwiesen.
Ich hoffe die Listen sind einigermaßen vollständig. Sollte mir noch etwas einfallen, werde ich es ergänzen. Weiter geht’s dann mit etwas Praxis …
Mein Name ist Denny Jander. Freut mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Ich nutzte diesen Blog, um meine Fotos auszustellen. Bei Interesse an meinen Bildern freue ich mich über eine kurze Mail.
21/08/2008 at 22:29 Permalink
Wow, das sind wirklich mal ein paar wertvolle Tipps… vielen Dank!