Nachtaufnahmen - Die Blaue Stunde

Über die Ausrüstung und das Thema Feuerwerk habe ich ja schon geschrieben. Hier soll’s nur noch ein paar mehr Punkte zum Thema geben. Es sind meine Erfahrungen, die nicht der Weißheit letzter Schluss sein müssen.

Wenn ich auf Tour gehe, um Nachtaufnahmen zu machen, dann fotografiere ich eigentlich fast ausschliesslich zur “Blauen Stunde”. Wikipedia sagt hierzu:

Blaue Stunde ist ein peotischer Begriff für die Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit sowie für die Zeit kurz vor Sonnenaufgang.

Wie beschrieben ist es zu dieser Zeit noch nicht richtig dunkel. Das hat den Vorteil, dass sich das Motiv, bei mir meistens Architektur, noch schön vom Hintergrund oder Himmel abhebt. Bei diesem Bild sieht man das ganz schön:

Schloss Solitude

Das Dach hebt sich deutlich vom Himmel ab. Macht man diese Aufnahme bei völliger Dunkelheit, so bilden das Dach und der schwarze Himmel eine Fläche. Das möchte ich vermeiden.

Neben der Problematik mit dem Absaufen der Kannten hat die blaue Stunde noch einen weiteren Vorteil für mich: Blau und Gelb sind Komplementär-Farben und somit hat man zur Blauen Stunde i.d.R. einen schönen Farb-Kontrast zwischen Himmel und Motiv, da die meisten Gebäude Nachts irgendwie gelb angestrahlt werden oder selber gelb leuchten.

Dadurch, dass der Himmel noch Struktur zeigt, kann man sehr schöne Effekte mit ziehenden Wolken erreichen. Das verleiht dem Bild noch etwas mehr Dramatik. Ich habe ausserdem festgestellt, dass der Himmel in Richtung Sonnenuntergang die schönste Blau-Färbung hat. Entgegengesetzt ist das Blau dunkler und nicht mehr so klar. Deshalb fotografiere ich am liebsten in Richtung Sonnenuntergang.

Oft ist nach einem Regen die Luft klarer. Dann zeigt der Himmel auch schönere, leuchtendere Farben.

Fazit: Für mich ist die Blaue Stunde die ideale Zeit um Architektur zu fotografieren. Ist sie vorbei, packe ich entweder zusammen oder suche mir ein Motiv, bei dem ich nur künstliches Licht brauche. Beim oberen Motiv könnten das zum Beispiel Aufnahmen unter den Bögen sein. Ich gehe dann also an Detail-Aufnahmen.

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4 Comments on "Nachtaufnahmen - Die Blaue Stunde"

  1. Gerhard
    07/09/2008 at 20:25 Permalink

    Super Beitrag, ich mag die blaue Stunde auch gerne aber ich gebe zu ich hab noch nie richtig drüber nachgedacht warum die Fotos hier was besonderes werden :). Dank dieses Beitrags weis ich jetzt auch bewusst worauf ich in Zukunft achte: keine absaufenden Dächer, gelb und blau harmoniert gut, Wolken am Himmel etc…

    Es muss doch zwei blaue Stunden am Tag geben, morgens und abends. Die in der Frühe hab ich noch nie genutzt. Du schonmal?
    Hm, ich habe gerade Urlaub… vielleicht sollte ich mal :-)

  2. Denny
    07/09/2008 at 20:36 Permalink

    Die Blaue Stunde gibt es tatsächlich auch morgens. Aber genutzt habe ich sie auch noch nicht. Sehe sie nur manchmal nach dem Aufstehen. Wollte einmal auch morgens fotografieren und bin zu diesem Schloss gefahren. Aber da war alles Grau in Grau. Wenn ich im Oktober Urlaub habe, will ich auch mal früh los, wenn ich es rechtzeitig aus dem Bett schaffe :-) .

  3. Bjoern
    09/09/2008 at 08:47 Permalink

    Ich erlebe hier in der Schweiz sehr viele blaue Stunden am Morgen und ich vergesse meistens meine Kamera zu holen, da ich von der Morgenröte immer so faszinierend auf dem Balkon stehe. Ich habe direkten Blick auf die Alpensiluette aber ich finde es noch recht schwer genau das, was ich sehe auf das Bild zu bekommen.

  4. Denny
    09/09/2008 at 09:05 Permalink

    So geht’s mir auch of Bjoern. Die Farben wollen einfach nicht so rauskommen wie ich sie sehe. Ich glaube da muss man ein wenig mit den Belichtungszeiten spielen.

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