Nachtaufnahmen - Nachthimmel

Es gibt natürlich auch Aufnahmesituationen, bei denen die Blaue Stunde wenig Sinn macht. Für einen Sternenhimmel sollte der Himmel natürlich möglichst dunkel sein. Idealerweise ist man weit entfernt von jeglichen künstlichen Lichtquellen wie Strassenlaternen etc. Hier kommt der Begriff Lichtverschmutzung ins Spiel:

Der Begriff Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch von Menschen erschaffene, installierte und betriebene Lichtquellen, deren Licht in den unteren Luftschichten der Atmosphäre gestreut wird. Der Begriff ist nicht eindeutig, da er auch so verstanden werden kann, dass das Licht verschmutzt sei, stattdessen stellt das Licht selbst die “Verschmutzung” dar.

Um die Spur von Sternen zu fotografieren braucht man relativ lange Belichtungszeiten. Das kann schonmal eine halbe Stunde oder länger sein. Ist man dann in der Nähe einer Lichtquelle so sieht der Himmel dann nicht mehr schwarz aus, sondern eher gelb. Ich habe auch schon Werke gesehen, die aus vielen Einzelaufnahmen zusammengesetzt wurden. So können Bilder mit Belichtungszeiten von mehreren Stunden entstehen, die z.B. aus 30-Sekunden-Belichtungen zusammengesetzt werden. Damit kann man dem Thema Lichtverschmutzung und Bildrauschen etwas entgegen wirken. Hier lassen sich ausserdem sehr raffinierte Dinge gestalten. Zum Beispiel kann man die blaue Stunde oder vielleicht den Sonnenaufgang mitnutzen. Das Bild ist dann nicht mehr unbedingt real, kann aber eine tolle Wirkung haben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Bilder von Sternenspuren sehr gut wirken, wenn man den Polarstern ins Bild bringt. Auf unserer nördlichen Halbkugel drehen sich scheinbar alle Sterne um diesen einen Stern. Es gibt dann also einen Punkt im Bild, um den herum sich die anderen Sterne zu drehen scheinen. Was auch immer schön aussieht ist irgendeine Silhouette im Bild.

Eine natürliche Lichtquelle stellt der Mond dar. Deswegen empfiehlt es sich, Aufnahmen von Sternen bei Neumond zu machen, also wenn kein Mond am Himmel zu sehen ist.

Bei Vollmond hingegen kann man den Mond auch sehr gut als Lichtquelle benutzen. Das bietet sich an, wenn man weit ab von künstlichen Lichtquellen Nachtaufnahmen machen möchte, zum Beispiel Landschaftsaufnahmen. Allerdings muss man hier mit relativ langen Belichtungszeiten rechnen!

Will man den Mond selber fotografieren, so muss man kürze Belichtungszeiten anstreben. Der Mond bewegt sich relativ schnell, was längere Belichtungszeiten ausschliesst. Hier mal eine Aufnahme von der partiellen Mondfinsternis vom 16.08.2008:

Mond

Die Finsternis ansich kommt hier nicht so gut raus. Ich war wieder einmal zu spät dran. Die Aufnahme entstand als der Schatten schon wieder kleiner wurde. Die Belichtungszeit war hier 1/20 Sekunde bei ISO 100 und Blende 8.0. Trotz der 300 mm (entspricht 480 mm Kleinbild) musste ich einen sehr kleinen Ausschnitt nehmen.

Der Mond kann auch zur blauen Stunde problematisch sein, sollte er im Bild sein. Bei längeren Belichtungszeiten neigt er stark zum Überstrahlen und zieht eine Spur oder er wird zum Ei, jenachdem wie lange man belichtet.

Fazit: Es gibt auch nach der blauen Stunde einiges zu entdecken und zu fotografieren. Auch hier ist experimentieren gefragt.

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